Hundetraining an der Leine in der Praxis bei Hunderbar

Dein Hund zieht an der Leine?

Leinenführigkeit ist keine reine Technikfrage. Es geht um Orientierung, Beziehung und darum, ob dein Hund dich draußen als wertvolles Teammitglied mit Führungskompetenz wahrnimmt.

Was ist Leinenführigkeit überhaupt?

Ist es nur das „nicht an der Leine ziehen“? Geht es überhaupt um die Leine? Oder geht es eigentlich eher um Orientierung, die deinem Hund fehlt ab dem Moment, wo etwas anderes draußen spannender ist?

In den meisten Fällen, die ich kennenlerne, wurde die Leine unbewusst von Anfang an falsch verknüpft – und zwar bei Mensch und Hund. Sie hatte viel zu schnell etwas von Festhalten, von Sichern, von Druck und von Frust. Dabei vergleiche ich die Leine gern mit der Hand am Kind oder Partner. Stolpert der andere versehentlich auf die Straße, halten wir ihn natürlich daran fest. Aber der hauptsächliche Zweck ist Zugehörigkeit, Schutz, Führung und Orientierung. Das Kind läuft nicht an der Hand, weil es physisch festgehalten wird – sondern, weil es die richtigen Dinge damit verbindet. So sollte das auch an der Leine sein.

Leinenführigkeit sollte keine reine Technikfrage, sondern eine Beziehungsfrage sein. Der Mensch ist das Werkzeug, nicht die Leine. Und ich weiß, dass es auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint, wenn man bedenkt, dass wir im Training auch mal verschiedene Hilfsmittel nutzen für die Leinenführigkeit. Doch der Sinn der Hilfsmittel ist eben immer, eine Hilfe zu sein und kein Allheilmittel. Denn absolut jede Hilfe wird sich abnutzen und später nicht mehr funktionieren, wenn wir nicht daran arbeiten, was tatsächlich wichtig ist. Und das ist unsere Körpersprache, Energie, Hausprogramm, generelles Verständnis und Kommunikation, die der Hund auch versteht.

Hundeerziehung ist viel mehr Beziehungsarbeit als man anfangs denkt. Hunde sind viel intelligenter als manche Methoden uns glauben lassen wollen. Und sie sind nicht nur sozial hoch intelligent, sie sind auch perfekt im Lesen eurer Körpersprache und kommunizieren sehr deutlich. Wir müssen nur hinschauen.

Was meistens nicht funktioniert

Bestimmt hat jeder, der an der Leinenführigkeit seines Hundes arbeiten wollte, schon folgende Tipps ausprobiert und festgestellt, dass nichts davon dauerhaft funktioniert:

  • Stehen bleiben
  • Ständiger Richtungswechsel
  • Klick für Blick
  • Sich „spannend“ machen
  • Mehr Leine geben
  • Sich eindrehen, wenn der Hund überholt

Und trotzdem zieht der Hund an der Leine und wirklich entspanntes Spazierengehen ist kaum möglich – höchstens auf dem Rückweg.

Wie kriege ich meinen Hund denn leinenführig?

Wenn dein Hund erstmal gelernt hat, dass er ziehen muss, um voranzukommen (und ja, diese Verknüpfung entsteht schneller als uns lieb ist) und wenn er dich eher als Ballast an der Leine empfindet statt als wertvolles Teammitglied mit Führungskompetenz, ist es selten mit den oben genannten Tipps getan. Denn das Problem liegt auch hier ein zwei Ebenen tiefer.

Deswegen besteht unser Komplettprogramm auch aus mehreren Bausteinen, die nur gemeinsam wirklich Stabilität und Nachhaltigkeit schaffen. Wir arbeiten immer von innen nach außen und aus der Tiefe in die Symptomatik (die sich dann oft von alleine erledigt). Wir arbeiten daran, dass dein Hund wieder lernt, sich an dir zu orientieren – ohne, dass du mit Keksen um dich werfen musst oder dich spannend machen. Entspanntes nebeneinander Laufen sollte selbstverständlich sein und muss nicht belohnt werden. Das sparen wir uns für die wirklich anspruchsvollen Dinge auf.

Wann ist ein Einzeltraining sinnvoll?

Wenn du wieder lernen möchtest, entspannter Gassi zu gehen; wenn dein Hund auf Durchzug schaltet, sobald er aus der Haustür ist; wenn kein Tipp aus der Hundeschule bis jetzt geklappt hat; wenn du deinem Hund draußen eine sinnvolle Aufgabe geben und nicht nur als Ballast an der Leine fungieren willst, wenn er auf Erkundungstour ist – dann ist ein Einzeltraining vor Ort auf jeden Fall sinnvoll. Wenn das für dich nicht möglich ist – schau in die Videothek – da findest du einen guten praxisnahen Einstieg in das Thema, der dich in deiner Hundeerziehung auf jeden Fall einen großen Schritt voranbringt.

In einem Ersttermin von zwei bis drei Stunden schauen wir uns euch gemeinsam an, lesen die Situation und arbeiten vor Ort an dem, was bei euch hakt. Meistens auf eurer gewohnten Route, mit eurer Leine, mit eurem Alltag.

Danach entscheiden wir, ob ein Kontrolltermin reicht, ein Seminar sinnvoll wäre oder in manchen Fällen ein Bootcamp-Aufenthalt. Die Preise sind transparent, und die FAQ beantwortet die meisten organisatorischen Fragen. Wenn dein Hund zusätzlich an Begegnungen hochfährt, lies zuerst bei Leinenaggression weiter — die beiden Themen überlappen sich oft, sind aber nicht dasselbe.

Nächster Schritt

Lies zuerst, bevor du trainierst

Die Videothek zeigt dir, wie ich Leinenführung denke: Klarheit statt Ziehen, früh eingreifen statt nachkorrigieren. Wer das verstanden hat, geht Spaziergänge anders an.