Jetzt, wo der Sommer endlich angefangen hat wird es Zeit ein sehr wichtiges Thema anzusprechen – Hunde im Auto.
Immer wieder sieht man auf Parkplätzen – wenn auch meistens im Schatten – Hunde im Auto warten. Letztens habe ich mit einem Mann gesprochen, der mir tatsächlich klar machen wollte, die Kühle der Klimaanlage würde bei geschlossenen Fenstern (!) noch mindestens eine Viertelstunde lang anhalten. Dass dies nicht stimmt, kann jeder selbst testen, indem man den Motor abstellt und versucht, so lange wie möglich im Auto sitzen zu bleiben. Schon bei 20°C und leichtem Sonnenschein wird es schon nach wenigen Minuten unerträglich. Bedenken Sie, dass die Temperaturen im Auto bis zu 80°C erreichen können!
Grundsätzlich sollte man Hunde auch im Winter nur mit Vorsicht in Autos warten lassen – denn auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann ständige Sonneneinstrahlung den Aufenthalt im Auto schnell gefährlich machen. Grundsätzlich sollte man jedoch Folgendes beachten, wenn man seine Vierbeiner doch einmal im Auto sitzen lassen muss:
- Auf stabilen Schatten achten – die Sonne wandert! Eine Hauseinfahrt oder Brücke sind ideal, bei Hauswänden muss man daran denken, dass mittags die Sonne so hoch steht, dass auch hohe Häuser keine Schatten spenden. Bäume sind meist ungeeignet, da der Schatten nicht dicht genug ist.
- Möglichst alle Fenster weit öffnen. Im Hochsommer reicht ein schmaler Spalt einfach nicht um die Luft ausreichend zirkulieren zu lassen. Ideal sind große offene Boxen für den Hund, die erlauben, die Fenster und ggf. die Kofferraumklappe offen zu lassen.
- Dem Hund ausreichend Wasser zur Verfügung stellen. Hunde kühlen sich fast ausschließlich über den Mund ab und verlieren dabei viel Flüssigkeit (bis zu 1 Liter pro Stunde!). Zusätzlich schwitzen sie zwischen den Ballen, an der Nase und kühlen sich ab, indem sie sich das Fell ablecken.
- Eine Decke/Jacken auf dem Autodach können das Auto zusätzlich vor Überhitzung schützen
Natürlich ist es zusätzlich sinnvoll, in der heißen Jahreszeit die körperliche Aktivität – besonders Dinge wie Fahrradfahren – in die Morgen- oder Abendstunden zu verlegen. Nur, weil der Hund scheinbar trotzdem stundenlang rennen könnte, ist es noch lange nicht gut für ihn.
Hitzschlag
Wenn der Hund doch noch überhitzt ist hier einige Worte zum richtigen Verhalten bei Hitzschlag.
Symptome: Hund legt sich hin, taumelt, hechelt sehr stark bzw. atmet sehr schnell bei geschlossenem Fang durch die Nase, Anstieg der Körpertemperatur auf über 40°C, geistige Abwesenheit bis zum Bewusstseinsverlust, Schleimhäute gerötet, Tier fühlt sich sehr heiß an. Ab einer Körpertemperatur von 43°C besteht akute Lebensgefahr!
Erste Maßnahmen: Hund in den Schatten legen. Wasser anbieten, einem bewusstlosen Hund jedoch kein Wasser einflößen (Erstickungsgefahr)! Hund langsam abkühlen, z.B. durch in Wasser getränkte Tücher oder einen Wasserschlauch, dabei an den Füßen anfangen und mit dem Kopf aufhören. Niemals den Hund komplett und schnell abkühlen – es droht ein Schockzustand! Danach besonders den Kopf-Nacken bereich kühlen und schnellstmöglich in die nächste Tierklinik fahren!
Am besten jedoch lässt man es natürlich gar nicht so weit kommen – weder beim eigenen Hund noch bei fremden. Achten Sie deswegen bitte auch auf Parkplätzen auf die dort abgestellten Autos! Nicht allen ist bewusst in welche Gefahren sie ihren Hund bringen, auch wenn sie ihn “nur” 10min im Auto lassen! Zögern Sie nicht, die Polizei zu rufen und ggf. selbst den Hund zu befreien! Ein Hundeleben ist wertvoller als jede Autoscheibe.

